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Donnerstag, 29.07.2021|20:30 Uhr

Energiewende 3.0:                              Häuser versorgen Häuser


 

Studiogast: Dr. Andreas Piepenbrink, E3/DC-Geschäftsführer

Moderation: Frank Farenski

#1000. Sendung

Eigenenergie ohne Ende in einem Ensemble aus alten Häusern, einem Neubau und Ladestationen für E-Mobilität. Wärmeversorgung in einem eigenen Nahwärmenetz inklusive. Dr. Lohmeyer setzte mutig auf die Eigenenergie-Versorgung und schuf zusammen mit Betriebstechniker Holger Laudeley eine Konfiguration, die auch noch weitere Gebäude in Nachbargrundstücken versorgen könnte.

 

Dr. Piepenbrink, Geschäftsführer von E3/DC, sieht darin fast eine „Blaupause“ für ganze Wohnquartiere: Denn das Konzept hat den Charme, dass es schlicht und ergreifend keine „Winterlücke“ gibt, die man den Erneuerbaren immer ankreidet. Reicht die Energie vom Dach nicht aus, springt das BHKW an. Dies bedeutet, so Dr. Piepenbrink, dass im Winter nicht plötzlich dem Netz eine unerwartete Last abgefordert wird. Der derzeit fossile Gasbedarf, so Dr. Piepenbrink, lässt sich in Zukunft durch Naturgas ersetzen. Aber schon jetzt spart diese Lösung enorme Mengen an CO2 gegenüber dem Netzbezug ein.

 

Diese erfolgreiche Umsetzung ist tatsächlich ein Meilenstein. Obwohl die Voraussetzungen gar nicht so einfach waren: Ein denkmalgeschütztes Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, ein Bestandsbau mit einer Photovoltaikanlage, die nur einspeist, dazu noch ein kleiner Neubau und eine Zahnarztpraxis mit hohem Stromverbrauch. Der Energiebedarf: 50.000 kWh Wärme und 35.000 kWh Strom.

 

Dementsprechend stark die eingesetzte Technik: Betriebstechniker Laudeley vernetzte zunächst alle Gebäude und legte Leitungen für eine Nahwärmeversorgung. Auf dem Neubau und einem neu errichteten Carport installierte er Photovoltaikanlagen – Gesamtleistung: 75 kWp. Die Stromspeicherung übernimmt ein Quattroporte 3 x MAX XXL von E3/DC, auch eine Wallbox easy connect ist betriebsbereit. Um hohen Strombezug aus dem Netz zu vermeiden, baute Laudeley Betriebstechnik ein Blockheizkraftwerk mit 11kW Leistung ein.

 

Die Quartierslösung funktioniert: Mit prognostizierten 70.000 kWh PV-Erzeugung und 33.000 kWh BHKW-Strom im Jahr liegt die Autarkie bei 91 Prozent, der Netzbezug beträgt nur noch 9 Prozent. Benötigt wird natürlich Erdgas, doch die Kosten werden durch Einsparungen beim Strom mehr als kompensiert. Es geht also: Altbau, Neubau und Gewerbe werden gemeinsam autark! Von der Investition abgesehen, spielen die Energiekosten hier im Prinzip keine Rolle mehr.